Weißes Gold

Prämierung bei der Ausschreibung „urEigen“ im Rahmen der Reihe Kulturzeichen Kitzinger Land
Auftraggeber: Landkreis Kitzingen

Installation im öffentlichen Raum auf dem Skulpturenweg in Iphofen

Es werden ca. 400 Barren aus Baugips gegossen und auf einer Europalette aufgestapelt. Die Barren erinnern in Form und Größe an handelsübliche Goldbarren. Durch die Umsetzung im Material Gips entsteht eine aufmerksamkeitsstarke Verfremdung, aber auch der Ortsbezug zu Iphofen, welches durch den Gipsabbau und die Verarbeitung stark geprägt ist. Das Kunstwerk positioniert sich im Spannungsfeld zwischen den wirtschaftlichen Vorteilen für die Region und den Nachteilen für Mensch und Natur.

Das Projekt wird gerade entwickelt. Den aktuellen Stand kann man auf unserem Flickr Account verfolgen.
Flickr Fotostream

Entwurf: Europalette mit gestapelten Gipsbarren

Entwurf: Gipsbarren mit Prägung

Veranstaltungsreihe Kulturzeichen Kitzinger Land

Der Landkreis Kitzingen feierte 2015 den Auftakt der Kulturzeichen, deren Konzept im Rahmen eines Ideenwettbewerbs ausgezeichnet wurde. Ziel der fünfjährigen Veranstaltungsreihe ist es, die kulturhistorischen und räumlichen Eigenheiten der Region mit Mitteln der zeitgenössischen Kunst sichtbar und erfahrbar zu machen, indem Künstler Zeichen hinterlassen, in Form von Kunst, Sprache und Tanz oder anderen künstlerisch-ästhetischen Ausdrucksformen. Zum Abschluss des Veranstaltungszyklus soll die kulturelle Vielfalt der Region durch die künstlerische Innensicht der regionalen Kulturschaffenden erfolgen und die Suche nach dem „kulturellen Fingerabdruck“ des Kitzinger Lands am Anfang der künstlerischen Beschäftigung stehen. Kulturschaffenden aus der Region wurde die Frage gestellt: „Was erzählt DEIN Ort im Kitzinger Land?“ Welche ureigenen und besonderen Geschichten in der Vergangenheit aber auch in der Gegenwart erzählt die Region? Welche Spuren dieser Erzählungen lassen sich in den einzelnen Orten und Gemeinden des Kitzinger Landes aufspüren?

Website Kulturzeichen

Fertige Skulptur

Barren Legung

Seitenansicht

Barren mit Prägung

Ortsbezug

Ende 2018 wurde das letzte Stück Steinkohle in Deutschland gefördert. Damit geht nach über 150 Jahren Bergbau in Deutschland eine Ära zu Ende, die vor allem das Ruhrgebiet nachhaltig strukturell geprägt hat. Während in Nordrhein-Westfalen die letzten Zechen schließen, geht in Unterfranken die Jagd nach Bodenschätzen unvermittelt weiter. Allerdings steht hierzulande nicht die Gewinnung von schwarzem Gold im Mittelpunkt, sondern die von Gips. Seit den 30er Jahren wurden in Unterfranken Millionen Tonnen Gips gefördert. Die Stadt Iphofen im Landkreis Kitzingen könnte man als Epizentrum des fränkischen Bergbaus bezeichnen. Über 2000 Mitarbeiter sind dort mit der Gewinnung und Weiterverarbeitung von Gips beschäftigt. Die Baustoffindustrie stellt für den Standort einen enorm wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Auf Grund der niedrigen Zinsen boomt aktuell vor allem die Baubranche wie nie zuvor. Gips steht hoch im Kurs. Er ist das „weiße Gold“ unserer Region. Der Rohstoff wird im Untertagebau, aber vor allem auch im Tagebau gewonnen. Der damit verbundene Flächenverbrauch ist enorm. Das Thema Nachhaltigkeit hat bei der Gipsgewinnung einen hohen Stellenwert und der Abbau in den Steinbrüchen wird so umweltschonend wie möglich gestaltet. Trotzdem ist eine langfristige Veränderung der Landschaft und ein Einfluß auf die Region und ihre Bewohner nicht zu vermeiden. Durch die industrielle Nutzung bedingte Folgen für Böden, Luft, Wasserhaushalt, die biologische Vielfalt und letztendlich die Lebensqualität in der Nähe der Abbaugebiete sind nur schwer abschätzbar und machen sich oft erst nach Jahrzehnten bemerkbar. Um so wichtiger ist es für uns alle, schonend mit den Ressourcen umzugehen, sodass auch nachfolgende Generationen noch von den Schätzen der Natur profitieren können.

Wikipedia: Weißes Gold
Stadt Iphofen: Iphofens Stolz
Handelsblatt: Imperium der Gips-Könige
M. Magazin: Dominante Unternehmen

Standort der Installation am Herrengraben in Iphofen mit Gipswerk im Hintergrund

Konzept

Das Kunstwerk „Weißes Gold“ beschäftigt sich kritisch mit dem Thema Rohstoffgewinnung und ihrem Einfluß auf die Umwelt. Gips in Form von Goldbarren symbolisiert den Wert der Bodenschätze für unsere Gesellschaft. Die überspitzte Stilisierung weist darauf hin, dass hinter dem Abbau eine gewinnorientierte Industrie steht. Durch den Widerspruch zwischen Material und Form entsteht eine Verfremdung, die das Interesse des Betrachters weckt und neue Perspektiven auf das Thema ermöglicht. Gips ist ein in der bildenden Kunst schon immer beliebter Werkstoff, der vielfältig in Form von Reliefs, Büsten und Skulpturen zum Einsatz kommt.
 Bedingt durch den Ortsbezug schafft das Material bei diesem Projekt eine zusätzliche Bedeutungsebene.
Die Barren werden für die Ausstellung auf einer Europalette aufgestapelt präsentiert und im Freien dem Verfall durch Witterung bewußt ausgesetzt.

Handelsüblicher Gips im 25kg Sack

Goldbarren

3D Model eines Gipsbarrens mit Prägung

Prägung im Gipsabdruck

Umsetzung

Materialien
Baugips in ca. 400 Barren gegossen

Barren
Maße: Breite 6,4 cm x Länge 19,5 cm x Höhe 4,5 cm
Volumen: 550 cm³
Gewicht: ca. 515 g

Palette
Maße: Breite 80 cm x Länge 120 cm x Höhe 14,4 cm
Grundfläche: 0,96 m²
Gewicht: ca. 25 kg
Tragfähigkeit: 1500 kg
Material: 9 Klötze, 11 Bretter und 78 Nägel

Herstellung
Aktuell arbeiten wir mit 3D-Druckverfahren an der Herstellung eines Rohlings, bzw. einer Gussform. Die ersten Experimente sind vielversprechend. Im nächsten Schritt werden die Teile nachbearbeitet und auch mit Silikonformen weiter experimentiert.

Flickr Album Making Of

Positiv- und Negativformen im 3D-Druck

Positiv- und Negativformen im 3D-Druck

Positiv- und Negativformen im 3D-Druck

Erster Probeguss mit 3D-Form

Erster Probeguss mit 3D-Form

Erster Probeguss mit 3D-Form (Typo muss noch optimiert werden)

Serienproduktion

Serienproduktion

Serienproduktion

Aufbau der Skulptur

Aufbau der Skulptur

Aufbau der Skulptur

Making Of – das Video

Veranstaltung

Die Skulptur ist von Juni bis August im Herrengraben in Iphofen ausgestellt. Die Kulturzeichen 2019 feiern ihren Auftakt mit der Eröffnung des Skulpturenwegs am Samstag 01.06.2019.

Instagram: Fotoshooting Making Of

Kulturzeichen Anzeige PDF

Plakat mit Pressefoto